Was erlaube… Röwi! Existenzverlust ?

Was erlaube… Röwi! Existenzverlust ?

Erst einmal wünsche ich ein „Frohes Neues Jahr“ und ein erfolgreiches, vor Allem aber gesundes 2021. Heute ist der 2. Januar 21, die Kinder sind noch voll im Ferienmodus und ich selber geniesse noch ein letztes Urlaubswochenende. Selten ist es mir gelungen, so schnell den Kopf aus der Firma zu bekommen und die letzten Tage haben mir persönlich sehr gut getan.
Ich hatte natürlich auch Zeit zum Nachdenken, Über die Pandemie und den „harten“ Lockdown. Was mich am meisten beschäftigt, ist die sehr unterschiedliche Wahrnehmung der aktuellen Situation und beim Ausblick in die nahe Zukunft. Da bilden sich sogenannte Elterninitiativen gegen die „Vollkatastrophe Distanzlernen“, die den Untergang des Abendlandes vorhersagen, wenn die Schulen nicht SOFORT wieder geöffnet würden. Auf der anderen Seite stehen da Politiker, die zu mehr Selbstdisziplin aufrufen und für weniger Verbote, dafür mehr Vernunft.
Für mich persönlich ist – ich bin 100% im Homeoffice- vernünftig sein total einfach, die zwei schulpflichtigen Kinder haben nicht nur eigene Zimmer, sondern auch Laptops und Smartphones. Das Internet ist mit 1/2 GigaBit breitbandig genug für uns alle.
Eine detaillierte Betrachtung der Situation derer, die eben nicht im Homeoffice sein können, die den ÖPNV benutzen müssen, um zur Arbeit zu kommen, für die es einfach keine Option ist, die Kinder zu Hause zu betreuen, da sonst Jobverlust und damit Existenzverlust droht erspare ich an der Stelle. Stattdessen möchte ich den Blick auf die Personen richten, die diese Einschränkungen beschliessen, die Landes- und Bundespolitiker da draussen, mit etwa 10.000 Euro Monatseinkommen, die mit der grossen Angst, einen Fehler zu machen, der die politische Karriere auslöscht.
In diese Lage versetzt, ist es deutsch einfacher, einen Lockdown zu beschliessen, der Leben rettet, und das tut er zweifelsohne, als sich auf die Vernunft der Bürger dieses Landes zu verlassen. Denn es wird ja immer wieder – vor allem in den Sozialen Netzwerken – sogar die blosse Existenz des Virus angezweifelt. Gerade ging die Raver-Party in Frankreich durch die Presse. Allein diese Nachricht läßt an der Vernunft zweifeln, vor allem, wenn man davon ausgeht, daß Infizierte ein paar Tage (oder länger) symptomfrei durch die Welt laufen und unwissentlich Andere anstecken. Diese „Anderen“ können Menschen sein, die nahe stehen, die schwer erkranken und wir wissen heute noch nicht warum. Wir wissen nicht, welcher genetische Marker, oder welche Mangelerscheinung den schweren Verlauf der Krankheit verursacht oder begünstigt.
Ich habe keine Lösung für das Problem, ich verstehe den Angestellten dessen Ersparnisse bereits aufgebraucht sind, der oder die bereits mit den Stunden so weit im Minus ist, daß jeder Tag, an dem zu Hause die Kinder gehütet werden müssen, näher an den Jobverlust führt. Der Politiker, dessen Karriere an dem Tag endet, an dem er oder sie die Schuld an dem Tod auch nur eines Menschen nachgewiesen werden kann, weil er eben NICHTS unternommen hat – und das Einzige, was in dieser Position getan werden kann ist Appelle und Verbote aussprechen, wobei ersteres eben nur arme Worte sind. Und daß der Appell an die Vernunft nicht funktioniert, wissen wir alle seit dem letzten Supermarktbesuch.
Wir müssen da alle gemeinsam durch, und für die Einen wird’s einfacher, für die Anderen wird es härter. Man stelle sich vor wie es heute einem Single geht, der sich einsam fühlt – da werden alle finanziellen Corona-Hilfen nichts dran ändern. Ganz zu schweigen von den Heimbewohnern, die dieses Jahr nicht zum Weihnachtsfest zu den Kindern und Enkeln geholt wurden – bei denen es vielleicht das letzte gemeinsame Weihnachtsfest gewesen wäre.
Der Zulauf zu den Therapeuten wird 2021 massiv sein, wenn sich Menschen Hilfe holen, um durch die Krise, durch die Arbeitslosigkeit oder die Depression zu kommen. Ich will hier werben für Toleranz, für Verständnis für die Position des Gegenüber. Die Situation mag ganz anders sein, als die Eigene. Grosseltern Fehlanzeige ? Kinder ? Wie alt ? Grosseltern sind Risikogruppe ? Selber Angehöriger einer Risikogruppe ? Und es sind so viele Faktoren mehr, die die eigene Situation beschreiben – und genau so viele Ideale Lösungen gibt es. Für den Politiker gibt es die eine, die am wenigsten Menschenleben fordert, am besten keine, aber der Zug ist ja nun schon längst abgefahren. Aus meiner Situation heraus sollten die Schulen so lange wir möglich geschlossen bleiben, es sei denn, es gibt „Alternative Lernformen“. Die Privatwirtschaft nutzt diese seit Jahrzehnten, im Bereich der öffentlichen Schulen ist das alles verschlafen worden. Wirklich erschreckend ist die Erkenntnis, daß sich in den Schulen in den letzten 20 Jahren kaum verändert haben. Dasselbe Konzept, obwohl sich die Welt drumherum so arg geändert hat. Wir haben inzwischen ein weltumspannendes Netz von Servern und Computern, fast alles Wissen der Welt is online zu finden – und unsere Schule benehmen sich, als gäbe es alles das gar nicht. Nun schaue man sich die Politiker an, die es in der Hand hätten, das zu ändern… Wer nicht lobbygetrieben auf die Schulöffnung pocht, kann sich unter e-learning sowieso nichts vorstellen – oder sich nicht durchsetzen. Das System hat schlimme Schieflage und braucht dringend ein Update.

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